An inconvenient truth

Das Schöne an einem Job, der schon um 8 Uhr anfängt, ist ja – wie ich in den letzten Tagen feststellen konnte –, dass man bereits die ersten Sonnenstrahlen des Tages mitkriegt, wenn man um 7 das Haus verlässt. Wenn man in Strandnähe lebt, ist das natürlich gleich doppelt angenehm. Vor allem dann, wenn die Sonne neben der Bushaltestelle direkt überm Meer aufgeht.

7 Uhr morgens am Coogee Beach

7 Uhr morgens am Coogee Beach

Beim Fundraising haben wir ja feste Stellen, an denen sich unsere Teams positionieren. Da ist zum Beispiel die Central Station, die einen recht schönen Anblick bietet. Aber auch die Town Hall im Herzen Sydneys ist recht schön anzusehen. Und wenige Meter entfernt steht eine wunderschöne Kirche, die das Stadtbild, das in dieser Ecke vor allem von modernen Bauten geprägt ist, gleich viel angenehmer macht. Man sieht an diesen architektonischen Wechseln deutlich, dass auch dieses Land bereits eine lange Geschichte hat, die mich persönlich sehr beeindruckt. Diese kleinen Gegensätze sind, vor allem in der Innenstadt, sehr zahlreich und nahezu an jeder Ecke zu sehen, wenn man aufmerksam hinsieht.

Town Hall 1

Town Hall 1

Diese schönen Locations konnten mich allerdings in den letzten Tagen nicht darüber hinwegtrösten, dass mir das Fundraising einfach nicht zu liegen scheint. So nützlich die Fähigkeit, wildfremde Menschen in Gespräche zu verwickeln auch ist, und ganz gleich, wie praktisch das Aushebeln von möglichen Gegenargumenten auch sein mag, kann ich mich aber nicht von meiner Tendenz trennen, immer einen Konsens finden zu wollen. Was bei Fundraising („Gibste mir nun Geld oder nicht?“) allerdings schwierig ist („Na gut, machen wir $ 20 monatlich statt $ 40?“). Letztendlich muss man ein „Nein“ auch mal akzeptieren. So seh’ ich das jedenfalls. Nachdem es mir nach 4,5 Tagen nur gelungen ist, einen einzigen Unterstützer für unsere durchaus gerechte Sache zu gewinnen, habe ich meine Karriere als Fundraiser gestern für beendet erklärt.

Immerhin habe ich inzwischen stabile Kontakte zu zwei Restaurants, die mit meinen Leistungen als Kellner zufrieden sind (an dieser Stelle etwas Werbung: www.wetpaintrestaurant.com.au und www.ceviche.com.au) und mir, wie es im Moment aussieht, auch mehr Schichten geben werden. Die Leute dort sind auch total gut drauf und immer herzlich. Und die Kirsche auf dem Sahnehäubchen auf dem Rieseneisbecher, der das Kellnern ist: Am Ende des Abends hat man sichtbare Ergebnisse und ein sicheres Einkommen. Alles gut also!

Und weil ich diese Gedanken bereits während unseres morgendlichen Workshops am Donnerstag hatte, habe ich die Chance gleich genutzt, dem Management meine sofort Entscheidung mitgeteilt und diesen tollen Tag damit verbracht, in Surry Hills rumzurocken und geniale Fotos zu machen.

Bericht folgt!

Als Abschluss hier noch ein paar Fotos aus Coogee, die super zu dem oben erwähnten Thema Architektur passen (außer die Blume, die ist einfach nur hübsch).

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