WoollooMOOloo!

Mal vorweg: Als Sprachwissenschaftler hat mich dieser Ortsname, schon als ich ihn zum ersten Mal hörte, zu kicherndem Kopfschütteln veranlasst (oder kopfschüttelndem Kichern? Bastian Sick, der Vadder von “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” 1 – 392 würde vermutlich darauf bestehen, dass das Kichern keinen Kopf hat, der geschüttelt werde könnte, und das Kopfschütteln keinen Mund o. ä. hat, mit dem es kichern könnte – ein Dilemma! Er würde sagen: Das muss “kopfschüttelnd zu kichern” oder “kichernd den Kopf zu schütteln” heißen! Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls sage dazu: Screw you! Das ist mein Blog! Und als Sprachwissenschaftler, Autor und Sprachschöpfer darf ich eh schreiben, was ich will😛 )

Jedenfalls hat es mich an meinem letzten freien Tag nach Woolloomooloo verschlagen, einen Stadtteil von Sydney, der direkt neben den Botanic Gardens liegt, in denen ich unlängst das wonnige Vergnügen hatte lustzuwandeln (da staunste, wa, Sick?). Bereits auf dem Weg dorthin musste ich einige interessante Fotos schicken. Die gute alte St. Marys Cathedral, an der ich aus dem Bus stieg, war natürlich wieder dran, aber auch andere Gebäude und Denkmäler, die ich in den und um die Parks auf meinem Weg nach Mooloo (hab gerade beschlossen, dass ich den Ortsnamen jetzt abkürze) so erspäht habe.

Mein wichtigstes Ziel war das Finger Wharf am Hafen, über das ich in meinem kleinen Reiseführer schon so viel gelesen habe, den mir Bills Nachbar Paul geschenkt hat. Das Wharf selbst ist ein beeindruckendes Bauwerk, das sich mehrere hundert Meter in den Hafen zieht. Es hat eine recht spannende Geschichte, wie ich erfahren habe: Anfang des 19. Jahrhunderts war es praktisch DER Umschlagplatz für verschiedenste Waren in Australien. Die Dockarbeiter lebten gefährlich und unsicher, waren aber harte Hunde und stolz auf ihre Arbeit und in der ganzen Nachbarschaft respektiert. Leider kam bald der technische Fortschritt in Form von Flugzeugen daher und zerstörte den Dockarbeitern ihre Arbeitsgrundlage: Viele Waren wurden nicht länger auf Schiffen transporiert. Das Wharf wurde geschlossen und begann bald zu verfallen und zu verrotten. Die Regierung wollte das Teil schon plattmachen, aber zahlreiche Bürgerorganisationen kämpften um diesen Teil von Sydneys Geschichte und konnte schließlich erreichen, dass das Wharf saniert wurde. Heute blüht das Wharf wieder mit Restaurants, Hotels und Apartments so lebendig wie nie.

Es gab noch ein paar andere Stationen auf meinem mehrstündigen Hike durch Mooloo: Harry’s Cafe de Wheels war ein Highlight (hab sogar gefunden, ohne den Reiseführer zu konsultieren), denn hier wandelte ich auf den Spuren von Russell Crowe und dem Typen von American Choppers. Wer mich kennt, weiß, wie sehr ich auf “Promis” abfahre, und das Bewusstsein, dass ich vielleicht etwas Dreck an meinen Schuhen habe, der mal an den Botten vom übellaunigen “Amchop”-Opas klebte, lässt meine Nackenhaare sich jetzt noch aufstellen … nicht. Jedenfalls war mein Beef Pie mit Erbsenpüree, Kartoffelbrei und Soße zum Lunch gar nicht übel. Die Navy-Base neben dem Wharf ist auch nicht übel, die Kriegsschiffe dort sind ziemlich beeindruckend. Aber ich lasse am besten die Fotos (und meine Kommentare) für sich sprechen.

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