Lord of Weeding

So schlecht ist das Leben in Broome eigentlich nicht. Sonne, Temperaturen über 30 Grad, so dass ich nur selten überhaupt ein T-Shirt trage (man gönnt sich ja sonst nix), Pool quasi direkt vorm Zimmer usw. Der Strand ist bequem per Bus erreichbar, es gibt einige Bücher zum Ausleihen und DVDs zum Anschauen und vor allem: eine WLAN-Verbindung, die mir täglich ein bittersüßes Vergnügen bereitet, weil sie zwar da ist, mich aber übertragungsgeschwindigkeitstechnisch an die alten Modemzeiten erinnert, in denen man sich erstmal einen Kaffee machen ging, sobald man eine URL eingegeben hatte … Immerhin gibt es in der Nähe eine öffentliche Bibliothek, in der ich mir sechs Tage pro Woche zumindest in akzeptabler Geschwindigkeit die neusten News und Youtube-Videos reinfahren kann. Freilich nur bis zu einem Maximum von 100 MB:/

Die Tage plätschern gemächlich dahin, mittags gehe ich vor der immer noch sehr gefährlichen Sonne in Deckung (die Fälle von Verbrennungen durch die Sonne, geschätzt zweiten Grades und aufwärts, bei den Neuzugängen im Hostel sind stumme Drohung genug für mich, die fiese Sonne weiterhin sehr ernst zu nehmen).

Mit Arbeit sieht es bislang nicht so gut aus, was mich bei einem Aufenthalt von nur dreieinhalb Wochen aber auch nicht weiter wundert. Ich selbst würde mich jedenfalls für so einen Zeitraum nicht anheuern. Aber etwas Gelegenheitsarbeit konnte ich letztens ergattern, als ein Gärtner einen Assistenten brauchte, der ihm dabei half, Unkraut aus dem Boden zu reißen. Da der Kunde das aber nur alle 12 Monate mal erledigen lässt, hatte ich fast 15 Stunden über drei Tage verteilt damit zu tun und kam mir danach vorübergehend vor, als wäre ich um die 80: Muskelkater in Beinen und Rücken, der mich bei jeder Bewegung ächzen und stöhnen ließ, und meine alte Kriegsverletzung aus dem „Kellner-Krieg“ in Sydney hat sich in Form meiner Füße, die gegen das stundenlange Stehen und Gehen protestierten, auch wieder gemeldet. Aber Wurst! Immerhin habe ich wieder etwas Geld in der Tasche, so dass  meine Ersparnisse ein wenig langsamer dahinschmelzen, während ich faul im Schatten rumliege und Romane lese😛

Das Romane-Lesen hat auch echt praktische Seite, ganz abgesehen von der Unterhaltung und der Erweiterung meines Horizonts als Sprach-Freak: In einem Buch über den Vietnam-Krieg habe ich mir zum Beispiel den Trick von den GIs abgeguckt, nach Chemikalien schmeckendes Wasser mit Sirup wohlschmeckender zu machen. Dumm nur, dass irgendein Backpacker-Arschloch mir meinen Sirup in den neun Stunden zwischen gestern Abend und heute Morgen geklaut hat … Was mich besonders gewundert hat, ist, dass  aus meiner Kühltasche im Kühlschrank außerdem meine billige, drei Tage alte Woolworth-Cola ohne Kohlensäure verschwunden ist. Als Konsequenz hängt nun an meiner Kühltasche ein Vorhängeschloss.

Außerdem hier noch ein Hinweis: Backpacker sind nicht nur diebische Drecksäcke. Der männliche Teil der Hostelbevölkerung scheint sich zu denken, dass ihre Dödel vom Geplantsche im Pool vollkommen steril sind und waschen sich zur Hälfte folglich nach dem Toilettengang nicht die Hände. Eine Warnung also an alle, die da draußen fröhlich durch Australien reisen und täglich neue tolle Leute treffen: Gebt ihnen nicht die Hand. Und esst nichts, was sie für Euch zubereiten. Ihr seid einfach sicherer so …

 

Life in Broome could be worse. There’s a lot of sun, temperatures of 30+ degrees so that I barely ever wear a t-shirt and there’s a pool in front of my room. The beach is only a short bus ride away, there are books and DVDs to enjoy and the bittersweet luxury of a Wifi that reminds me of how I used to use a modem for internet and go and make a cup of coffee whenever I entered a new URL. The connection at the library is faster but limited to 100 MB in one session. Still, I’m a frequent flyer there to get my daily dose of highspeed news and 5 mins of Youtube videos😛

Time is passing in a relaxed fashion while I go for a dip in the pool, stay out of the sun during noon (the second and above degree burns I see here daily on new arrivals are a constant reminder that the Aussie sun is not to be fucked with).

So far, I wasn’t able to find a job which isn’t really a suprise to me. I wouldn’t hire anyone for only three weeks either. But I was lucky enough to score a casual weeding job with a gardener job the other day. It took me about 15 hours of work to get all the weeding done (that’s what the customer gets if he has the weeding done once a year). Afterwards, I felt really old: sore muscles in my legs, sore back and a couple of weird flashbacks of my time in the „waiter wars“ in Sydney when my feet hurt from standing up and walking around most of my time. Still, I made a bit of money so I’m not burning through my savings as quickly anymore while I’m lying in the sun reading novels, and it was a bit of a change to my usual routine.

The reading is pretty nice since, apart from being entertained and getting my required share of literature, I actually learn stuff. Like this one trick from the book about the Vietnam War in which soldiers use Kool Aid to make their chemically cleaned water taste less crappy. I immediately went out to buy a bottle of raspberry cordial. Which unfortunately was stolen last night by some ruthless backpacker asshole. What suprised me even more was the absence of my three-day old, half empty flat Woolies cola. Fuck those guys. Now there is a lock on my cooling bag in the fridge (which I knew I should have put there the second I got here).

Speaking of thieving backpacker scum, here is another piece of advice: about half of the male population of this hostel seem to think their wangs are completely sterile from the chlorine in the pool or something. So they go right ahead and DO NOT was their hands after taking a leak, having a busy schedule stealing shit and leaving the kitchen in a mess and everything. My advise: Even though you are excited to meet cool new people every day, don’t shake a backpacker‘s hand. And don’t eat food they offer you either. It’s safer this way…

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